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NiersRunners 2002 e.V.

2012


Venloop

Klaus Neuhoff 1:44:39
Detlef Heuer
1:45:47
Thomas Nissing
1:52:51
Susanne Heuer
1:53:50
Georg Michels
1:57:20
Klaus Leenen
1:59:12
Jose Hurtado Martinez
2:03:11
Andrea Hurtado Martinez
2:03:12
Klaus-Peter Gorka
2:11:59
Rüdiger Hirt
2:12:20
Matthias Stürmlinger
2:13:14







Unter der Sonne Lissabons

Über laufreisen.de hatten wir die Fahrt zum Halbmarathon nach Lissabon gebucht. Vieles ist gut gelaufen, bei manchen Dingen hätten wir uns schon etwas mehr Betreuung gewünscht. 

Die Hinreise am Freitagnachmittag, Flug und Transfer zum Hotel klappten reibungslos. Das „Begrüßungsgespräch“ mit dem Reiseleiter war eher dürftig. Die Startnummernausgabe erfolgte im Hotel – das war gut -, aber am Samstag um 18 Uhr war zeitlich ungünstig. Und auch erst dann wurde uns gesagt, dass wir um 19 Uhr mit der Gruppe – wenn wir wollten – essen gehen könnten. Und bei der Rückfahrt heute wurden wir schon um 9.15 Uhr am Hotel abgeholt und waren in 15 Minuten am Flughafen, obwohl der Flug erst für 13 Uhr gebucht war.

Nun denn – jetzt zum sportlichen:

 

Am Sonntag ging es um 8 Uhr mit dem Bus zum Start. Wir fuhren über die Brücke „Ponte 25 de Abril“, „die“ berühmte Brücke über den Tejo. Hinter der Brücke sahen wir aufgereiht eine ganze Anzahl von Ordnern, die in einer Reihe nebeneinander standen. Als wir dort ankamen, konnten wir erkennen, dass diese Hand in Hand eine lange Reihe bildeten und somit das Starterfeld „in Schach“ halten sollten. Warum haben wir uns gefragt, wo doch auch die gesamte Straße durch Drängelgitter komplett abgesperrt war.

Um 08.30 Uhr erreichten wir als eine der ersten den Startbereich für die rund 7.000 gemeldeten Halbmarathonis. Unsere Sachen konnten wir im Bus lassen, der dann mit den „Fans“ zum Zielbereich fuhr. Und jetzt standen wir uns da bei doch zunächst noch kühlen Temperaturen die Beine in den Bauch. Start war um 10.30 Uhr !!!

Es gab zwei Startbereiche, den vordere für die Halbmarathonläufer und einen hinteren für die Teilnehmer am „Mini-Marathon“. Nun darf man sich diesen nicht als Lauf für Kinder oder Jugendliche vorstellen. Vielmehr ist dieser Lauf über 7,2 km mehr ein Familienfest. Natürlich gibt es dabei echte Läufer, aber auch Walker, Nordic-Walker, Familien und normale Spaziergänger machen damit. Zum größten Teil Portugiesen, die diese Veranstaltung nutzen, um einmal zu Fuß über diese Brücke zu gehen. Man sprach davon, dass sich dafür rund 30.000 Menschen gemeldet hatten.

Aber zurück zum Halbmarathon.

Der Startbereich füllte sich so ab 9 Uhr mehr und mehr. Und für die rund 7.000 Teilnehmer standen immerhin 3 (in Worten: drei!!) Toilettenhäuschen zur Verfügung.

Gegen 9.15 Uhr kam dann die Sonne heraus. Am Samstag bei der Stadtrundfahrt hatte es noch geregnet (es war nach Angaben der Stadtführerin seit November erst der 5. Tag mit Regen) und wir hatten gehofft, dass der bedeckte Himmel sich noch bis Sonntag hält. Doch der Planet hatte beschlossen, sich an diesem Tag von seiner besseren (Sonnen)seite zu zeigen.

Gegen 09.30 Uhr wurde die Brücke komplett für den Verkehr gesperrt und wir Halbmarathonis durften uns auf die Fahrbahn begeben. Viele stürmten aber direkt auf die gegenüberliegende Seite, sprangen über die Leitplanken und suchten ein Gebüsch auf. Denn auch auf dieser Seite waren Toilettenhäuschen knapp. Leider fuhr auf einmal die Polizei auf und untersagte das Verschwinden in den Büschen. Insbesondere für die Frauen eine unhaltbare Lage.

Zwischenzeitlich hatte auch ein Ansager das Kommando zwischen den Musikstücken übernommen, allerdings ausschließlich portugiesischer Sprache.

Ab 10 Uhr führten uns die Phalanx der Ordner so alle 5 Minuten ca. 20 m näher an die Startlinie heran. Und um 10.30 Uhr war es dann soweit – alle liefen los, einen Startschuss haben wir nicht wahrgenommen.

Auf der Brücke natürlich großes Gedränge bis alle mal ihre Position einigermaßen erkämpft hatten. Zu allem Überfluss drängelten sich die schnellen Läufer aus der „Mini-Marathon“-Gruppe auch noch dazwischen. Allerdings war der Blick auf Lissabon und den Stadtteil Belem schon toll. Nach gut 3 km ging es in einem weiten Bogen von der Brücke herunter und bei km 5 teilte sich die Strecke nach links für die Halbmarathonis und nach rechts für die „Minis“. Leider war dies aber nicht so schnell zu erkennen, so dass viele Halbmarathonis falsch liefen und zurück mussten auf die richtige Strecke.

Jetzt liefen wir flach am Ufer des Tejo entlang – und man hatte Platz und konnte Gas geben. Aber auch die Sonne gab richtig Gas und die Temperatur näherte sich rapide der 25 Grad-Marke.

Bis km 8 hatten wir noch leichten und erfrischenden Gegenwind. Danach ändert sich das bis km 18, und so schön Rückenwind auch sein kann, jetzt wurde es richtig warm. Bei einer Zeit von knapp unter 1 Stunde passierten wir die 10 km-Marke, und es wurde immer wärmer.

Es gab reichlich Getränkestände an der Strecke. Aber auch das war eine zweischneidige Sache: Wasser wurde in Plastikflaschen von 0,5 l ausgegeben – zum Trinken viel zu viel, zum Abkühlen sehr angenehm. Allerdings wurden diese Flaschen oft noch halbvoll weggeworfen, und nicht selten rollten sie wieder auf die Fahrbahn und man musste schon aufpassen, nicht über solche Flaschen zu stolpern.

Übrigens haben wir auf der gesamten Strecke nur ein einziges Mal drei Toilettenhäuschen wahrgenommen.

Bei km 15 passierten wir den Zieleinlaufbereich, und obwohl es jetzt nur noch knapp 6 km waren – es wurde mehr und mehr eine Tortur. Auf den letzten 3 km hatten wir zwar wieder Gegenwind, aber so richtig half es jetzt auch nicht mehr. Die Krankenwagen waren im Dauereinsatz.

Auf dem letzten Kilometer hatten sich dann auch Zuschauer eingefunden und dann hatten wir endlich das Ziel vor Augen - und erreicht.

Direkt nach dem Zieleinlauf vor dem Hironymuskloster mussten wir den Leihchip abgeben. Danach gab es eine wirklich schöne Medaille. Obwohl vor dem Kloster reichlich Platz ist, wurden wir durch Bauzäune in enge Gassen gelenkt und standen immer wieder im Stau, Schließlich erhielten wir unser Verpflegungspaket, u. a. mit reichlich Getränken, fünf oder sechs verschiedene. Auch gab es Bananen und Eis am Stil.

Mit unseren Zeiten sind wir nicht ganz zufrieden – Fritz 2:11,16 als 4.576, Peter 2:16,48 als 4.601. Nur die beiden ersten sind knapp unter 60 Minuten geblieben, der letzte war nach 3:31,33 Stunden im Ziel.

Von 6.955 gestarteten haben 5.474 die Ziellinie erreicht.

Unmittelbar nach Verlassen des Zielbereiches stand unser Bus. Für uns Aktive sehr schön – für die Fans eher nicht. Sie mussten sich von 9 Uhr an irgendwie die Zeit vertreiben – und irgendwann schmeckt auch der beste Kaffee nicht mehr.

Alles in allem sind wir um eine Erfahrung reicher – und Lissabon ist wirklich eine sehr lohnenswerte Stadt (evtl. sogar ohne Lauf).

 

Wir müssen gestehen, dass wir die restliche Zeit des Sonntags den strahlend blauen Himmel die Sonne über Lissabon sehr genossen haben.

 

Fritz u. Peter